Eine Familie
Wir, Nathalie, Patrick und unsere gemeinsame Tochter Lyn. Normalerweise wohnen wir in Basel doch seit dem 21. November sind wir in Australien unterwegs.
Wir wagen das Abenteuer unseres Lebens!

Heute hatten wir ein straffes Programm zu absolvieren. Weiter auf der Great Ocean Road kamen wir als erstes zu den Gibson Steps, diese führen hinunter zum Gibson Beach, von welchem man einen tollen Ausblick auf eine grosse Felsformation im Wasser und die Klippen hat.
Als Nächstes erreichten wir die „Twelve Apostles“, Victorias berühmteste Felsformationen. Diese trennten sich nach vielen Erosionen von der Landspitze und stehen nun vom Festland verlassen im Ozean. Nach weiteren 4 km erreichten wir das „Loch Ard George“, benannt nach dem 1878 gekenterten englischen Schiffes „Loch Ard“. Hier sieht man sehr beeindruckende Felsformationen die von der Wucht der hohen Wellen mehr und mehr geformt und abgetragen werden. Als nächstes gelangten wir zu einer vom Ozean geschaffenen Skulptur der in der Form eines Bogens, die Arch. Als letzte Attraktion erreichten wir die „London Bridge“, eine Felsplattform die einst mit dem Festland durch einen Doppelbogen verbunden war. Leider brach anno 1990 einer der beiden Bögen ein und liegt nun im Meer.
Nach weiteren 70 km entlang der Great Ocean Road erreichten wir das Killarney Beach Camping Reserve (583) in Killarney. Wie bereits oft in Australien angetroffen befand sich auch dieser Camping-Platz auf dem Gelände eines Sportplatzes. Mit 19 AUD war der Platz nicht überbezahlt, bot er doch Wasser, Toiletten, Duschen und sogar eine Gratis-Waschmaschine an. Auch hier kamen wir nicht um Regen herum und es war so kalt, dass wir sogar mit unseren Vlies-Pullis und Regenjacken nicht warm genug hatten. So beschlossen wir auch heute wieder früh ins Bett zu gehen, in der Hoffnung nicht allzu fest zu frieren.

Nach ein paar erholsamen, aber leider nicht nur trockenen und warmen Tagen, brachen wir heute morgen unsere Zelte hier in Blanket Bay ab und fuhren noch etwa 7 km südwärts bis zum Otway Lighthouse. Dies ist Australiens ältester Leuchtturm (1848). Neben dem Leuchtturm stehen noch die alte Telegrafenstation, das Leuchtturmwärterhaus. Aber auch hier sind die Preise um dies alles von Nahem zu sehen und auf den Leuchtturm hochzusteigen sehr teuer (für 2Erw. und 1 Kind AUD 45), und wir haben beschlossen den Leuchtturm nicht zu besteigen und weiter zu fahren.
Nach 15 km Fahrt nordwärts sind wir wieder auf die Great Ocean Road eingebogen und folgten ihr 43 km lang gegen Westen. 12 km vor unserem Ziel, dem Princetown Camping Reserve (683), entdeckte Pat einen Track, der uns ebenfalls direkt zu unserem Camping-Platz führen sollte. Wir beschlossen diesen zu nehmen, konnten wir so ein wenig dem Touristenweg entkommen und hofften auf einige schöne Ausblicke in die Landschaft. Nach etwa 10 Min. auf dem Track bogen wir noch kurz in einen anderen Track ein und gelangten nach etwa 5 Min. zur Shipwreck Coast. Zur Zeit der grossen Segelschiffen waren an der Küste zwischen Cape Otway und Port Fairy viele Schiffe an der gefährlichen Küste gekentert. Dichter Nebel und die vielen Riffe waren für den Kapitän und seine Mannschaft jeweils eine grosse Herausforderung und machten das Navigieren extrem schwierig. Hier führte uns ein schmaler Pfad an die Klippen von wo aus einem 366 Treppenstufen direkt herunter zum Strand führen. Nach etwa 15 Min. walk am Strand sahen wir schon den ersten der beiden Anker der anno 1880 gekenterten „Marie Gabrielle“ und der 1891 gekenterten „Fiji“- sehr eindrucksvoll. Wären wir nochmals 15 Min. weitergegangen hätten wir auch den zweiten Anker von Nahem gesehen, doch dies war uns ein wenig zu riskant, kam doch langsam die Flut und wir beeilten uns mit dem Rückweg.
Oben bei den Autos angekommen setzten wir unsere Fahrt auf dem Track der Old Coach Road fort und wurden auch mit immer wieder schönem Ausblick auf die Umgebung belohnt. Auf der einen Seite die hohen Klippen der Küste und auf der anderen Seite die recht grünen Hügel und Flüsse des Innenlandes. Etwa 10 Min. vor dem Ziel führte uns der Track durch dicken Sand und Olsunilu blieben mit ihrem Trailer stecken. Nachdem es nicht möglich war den Toyota von Olsunilu auszubuddeln und es auch nirgends einen Baum gab um die Seilwinde anzuhängen musste Pat sie herausziehen. Da wir nun aber bereits etwa 300 m weiter waren und wir nicht die Möglichkeit hatten unser Auto zu wenden, fuhr Pat die Strecke rückwärts. Unser Toyota liess uns nicht im Stich und schaffte dies problemlos. Mit Abschleppseil und Seilwinde konnten wir sie aus dem Sand befreien und erreichten um etwa 19h den Camping-Platz.
Jetzt hiess es wieder Beeilung, Zelte aufbauen, kochen und dann noch schnell Duschen. Um 22h war alles erledigt und wir genossen noch bei einem Feuer ein Glas Wein und konnten ein weiteres Mal mit Micha und Meli anstossen, die wir nun schon zum dritten Mal seit Richmond angetroffen haben. Aber ist ja klar, dass man sich hier immer wieder über den Weg läuft, ist ja ein extrem kleines Land ;-)).
Da es aber auch hier wieder zu regnen begann und sehr kalt war, beschlossen wir schlafen zu gehen.

Heute haben wir ausgeschlafen und wieder einmal gemütlich ohne Regen, Sturm und Kälte gefrühstückt. Anfangs Nachmittag, fuhren Pat und ich nochmals nach Apollo Bay um etwas Vorräte für die nächsten Tage zu kaufen und auch Wasser zu holen. Lyn ist, nach einiger Überredungskunst von allen, bei Olsunilu geblieben. Nach 21/2 Stunden waren wir wieder zurück und verstauten alles Eingekaufte. Dann ging ich mit Lyn noch etwas Baden, das Wasser war kühl aber o.k., nur die Luft wenn man rauskam war frisch. Wir genossen die Abkühlung und Lyn hatte Spass an den Wellen. Oli, Nicola und Luca kamen dann auch noch, doch ausser uns waren nur noch zwei andere Leute am Strand, somit hatten wir also fast einen Privatstrand. Nach dem Baden konnten wir alle von unseren Dusch-Säcken Gebrauch machen, welche wir von Basel mitgenommen hatten. Oli hatte bereits alle aufgefüllt und das Wasser war angenehm warm. Unterdessen hatten wir noch zwei weitere Nachbarn entdeckt. Eine Koala-Mutter mit ihrem Baby wohnte etwa 3 m von unserem Platz entfernt auf einem Baum. Und etwa 20m auf der anderen Seite wohnte noch ein Koala, dieser sass so weit unten, dass man ihn fast auf Augenhöhe anschauen konnte. Super süss!!!
Nach dem die Kinder in den Zelten waren, gönnten wir uns noch Wein und stiessen auf einen wirklich schönen Tag an, darauf hatten wir jetzt die vergangenen Wochen gewartet.

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir um 10h die Fahrt auf dem Big Hill Track. Für mich eine gute Übung mal einen Track zu fahren, der nicht zu schwierig war. Er führte uns auf einem Kamm entlang durch den dichten Busch der Otway Ranges. Nach 30 Minuten Track kamen wir wieder auf die Great Ocean Road zurück.
Von dort fuhren wir zu den 10km NW liegenden Erskine Falls, die in unserem Reiseführer als eindrucksvollsten Wasserfall in dem Gebiet beschrieben wurden. Vom Parkplatz aus erreichten wir nach nur ein paar Minuten Fussmarsch die Aussichtsplatform. Von hier aus konnte man den Wasserfall zwar gut sehen, dieser sah allerdings eher wie ein kleines Rinnsal aus als wie ein imposanter Wasserfall, und unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen. Hierzu gibt es einen Eintarg im Photographersblog von Patrick
So fuhren wir wieder zurück auf die Great Ocean Road und nach 20km erreichten wir Kennett River. Wir stellten unser Auto auf einen Parkplatz und gingen zu Fuss in die Grey River Rd, dort konnten wir in den Bäumen Koalas beobachten. Neben den Koalas hatte es auch sehr zutrauliche, schön farbige Papageien. Diese haben es sich auf Pat’s Schulter und Hut bequem gemacht. Weiter ging es auf der Great Ocean Road via Apollo Bay in Richtung Cape Otway. Nach 28km bogen wir von der Strasse ab und fuhren durch einen schönen Wald mit hohen Bäumen in südliche Richtung. Immer wieder sahen wir am Strassenrand Touristen die mit den Fotoapparaten Schnappschüsse von Koalas in den Bäumen machten.
Nach 14 km würde man zum Leuchtturm beim Cape Otway kommen, wir bogen aber nach 8 km auf eine unbefestigte Strasse ab in Richtung Blanket Bay, wo sich nach weiteren 5km ein Campingplatz des Nationalparkes befindet. Dort angekommen fanden wir einen super romantischen Campingplatz direkt am der Küste mit vielen kleinen Spots für Zelte inmitten von Eucalyptusbäumen. Wir hatten Glück und fanden einen windstillen Platz der für unsere beiden Autos und den Trailer von Olsunilu genügend Raum bot. Dieser Campingplatz hat uns allen so gut gefallen, dass wir beschlossen ein paar Tage hier zu bleiben.
Noch ein Vorzug – er ist gratis, was unserem Budget nach dem Kauf des neuen Dachzeltes natürlich zu Gute kommt. Nachdem alles aufgestellt war gingen wir via einem kleinen Weg der direkt neben unserem Platz ist, zum Strand. Zum Baden hat es heute leider nicht mehr gereicht, da wir erst etwa um 18h angekommen sind, dafür bekamen wir am frühen Abend Besuch von einem Wallaby, das sich direkt hinter unserem Auto auf die Suche nach Essen machte. Es weht auch ein kühler Wind am Strand, doch das Wetter ist ansonsten schön und warm – ENDLICH!!

Heute hiess es wieder alles zusammen packen. Auch heute Nacht hat es wieder geregnet, das Zelt war aber dann bis wir zusammenpackten praktisch trocken. Mit etwas Verspätung sind wir heute um 12h losgefahren, sollten aber eigentlich um 10h unseren Platz geräumt haben, was uns aber nicht wirklich gelungen war. Irgendwie braucht man immer viel mehr Zeit, um all die Sachen wieder zu verstauen, als man denkt. Unser nächster Halt war Torquay. Von hier aus startet die Great Ocean Road, Australiens berühmteste Strasse, welche hier beginnt und nach 250km in Warrnambool endet. Nebst vielen tollen Abschnitten an der Küste, klassischen Surfstränden und hübschen Uferstädtchen kamm man auf dieser Strecke auch die berühmten Felsformationen The Twelve Apostles bestaunen, soweit sind wir aber heute nicht gefahren.
Nichts desto trotz wollten wir heute etwas vorwärts kommen. Unser nächstes Ziel nach Torquy war Lorne, das wir nach 46km erreichten. Dort fanden wir im Camp6 den Gratis-Big-Hill-Campground (670). Dieser befindet sich im Great Otway National Park und liegt 12km NW von Lorne. Er wäre nebst über die Teerstrasse auch via Big Hill Track erreichbar, aber bei der Hinfahrt nahmen wir den falschen Weg und mussten nach 5 Min. bereits wieder umkehren, da dieser hier zu Ende war. Also fuhren wir via Teerstrasse zum Camp-Ground den wir um 15h erreichten.
Der Camp-Ground lag auf einer Lichtung und es waren etwa 4 andere Fahrzeuge und Zelte hier. Die Männer beschlossen mit unserem Auto den Track nun ein Stück in die andere Richtung auszukundschaften und Susanne und ich begannen mit dem Aufbau ihres Zeltes während die Kinder spielten. Nach etwa einer Stunde kamen Pat und Oli zurück nachdem sie praktisch den ganzen Track gefahren sind und wir planten für morgen den Track alle zusammen nochmals zu fahren. Im Laufe des Abends kamen immer mehr Leute und der Camp-Ground füllte sich zwar, war aber längstens nicht voll.

Heute war für Susanne und mich grosser Waschtag. Neben der normalen Wäsche mussten wir auch all unser Equipment (Matratzen, Zelt, Schlafsäcke etc.) trocken bekommen. Für meine 5 Maschinen brauchte ich den ganzen Nachmittag und da der Tumbler auch nicht gerade das neuste Modell war musste ich jede Ladung 2 x laufen lassen, d.h. jedesmal 3 AUD reinwerfen. Den Teil den ich draußen aufgehängt hatte habe ich im Laufe des Nachmittages sicher etwa 10 mal wieder zusammengelesen, da ich natürlich viel zu wenig Wäscheklammern bei mir hatte und der starke Wind immer wieder alles davon geblasen hatte.
So ging auch der heutige Tag wieder schnell und auch eher unspektakulär vorbei. Zu sagen ist aber, dass wir unsere Kids praktisch den ganzen Tag nicht gross gesehen hatten. Kannten sie sich doch schon gut auf dem ganzen Platz aus und waren immer alle drei zusammen unterwegs um das Ganze auszukundschaften und kamen nur vorbei wenn sie Hunger oder Durst hatten. Auch dass es auch heute sehr frisch und windig war störte sie nicht, im Gegensatz zu uns, wir haben wirklich langsam die Nase voll von dem Wetter, liefen wir doch auch hier den ganzen Tag in unseren Vlies-Pullis, Windjacken und langen Hosen herum.

Heute wollten wir um so mehr schnell im Süden ankommen, hofften wir doch noch immer irgendwann das schlechte Wetter loswerden zu können. Wir mussten wieder ein Teil der Strecke von gestern zurück nach Albury fahren um von dort aus auf den Highway M31 zu kommen. Die Strecke führte uns entlang des Lake Hume und war trotz des schlechten Wetters eindrucksvoll anzusehen.
Nach etwa 30 Min. erreichten wir dann den Highway und fuhren weiter Richtung Süden. Um etwa 17h und nach ca. 377km erreichten wir Geelong welches 72km südwestlich von Melbourne liegt. In der Tourist-Information holten wir uns ein paar Tips betreffend Campingplätzen. Da wir dringend mal unsere Wäsche waschen mussten, beschlossen wir für 2 Nächte auf einem etwas teureren (41 AUD pro Nacht) Campingplatz zu übernachten, denn nur diese sind mit Waschmaschinen ausgestattet.
Direkt neben unseren Plätzen war der Kinderspielplatz auf dem sich die Kids ausgezeichnet verweilen konnten. Da wir auch hier wieder eher spät ankamen reichte es heute nur noch um die Zelte aufzubauen, schnell einkaufen zu gehen und dann zu kochen. Da es hier extrem windig und sehr frisch (18Grad) war nutzten wir die gut ausgestattete Küche auf dem Campingplatz um zu kochen und zu essen, damit es uns nicht das ganze Geschirr vom Tisch wehte.
Australien und Internet, das verträgt sich nicht soooo gut, deshalb kann es sein, dass unsere Homepage nicht immer up to date ist. Neuigkeiten gibt es auch per Newsletter.We would be happy to hear from you!
Panaly (Patrick, Nathalie & Lyn)
Basel, Switzerland