Eine Familie
Wir, Nathalie, Patrick und unsere gemeinsame Tochter Lyn. Normalerweise wohnen wir in Basel doch seit dem 21. November sind wir in Australien unterwegs.
Wir wagen das Abenteuer unseres Lebens!

Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir um etwa 9h los, hatten wir doch beschlossen ein neues Dachzelt zu kaufen das dicht ist und wir (also hauptsächlich ich) dann wieder ruhiger schlafen könnten. Wir fuhren also via Blue Mountains wieder 160km nach Penrith, welches etwa 90 km W von Sydney liegt zurück. Um 14.30h dort angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Geschäft wo wir ein Zelt kaufen können und wurden auch recht schnell fündig. Im Penrith Offroad Warehouse entschieden wir uns für ein Ironman 4X4 Rooftop-Tent. Dieses können wir am Donnerstag montieren lassen. D.h. die nächsten zwei Nächte bleiben wir hier in der Gegend und haben im Wanderest Travellers Park (453) in Richmond (ca. 20Min. vom Penrith Offroad Warehouse entfernt) eine Gratiscamparea gefunden welches wir um 17h erreichten. Der Wanderest Travellers Park liegt am Rande der Stadt Richmond Damit man hier übernachten kann, muss man beim Richmond Club für 4 AUD$ Mitglied werden, dafür ist die Übernachtung kostenlos. Allerdings kann man nur mit einem Motorhome od. Auto mit Dachzelt da Übernachten, da der Platz auf Teerboden ist und der Club keine Bewilligung für Zelte hat. Es hat dafür aber saubere Toiletten und Duschen. Ganz in der Nähe liegt die RAAF Penrith (älteste Airforce-Base von Australien). Hier ist auch das Trainnigscamp für Flugzeug- und Helikopterpiloten, welche man auch immer wieder beim Flugmanöver, d.h. Landen und Starten, beobachten kann.

Nach einer sehr windigen Nacht und ein wenig Regen machten wir uns um 12h auf die Socken, wollten wir heute ja noch die Goldfields Discovery Tour von Lightow nach Bathurst machen. Die erste Strecke von diesem Track ist noch Teerstrasse, aber von Capetree aus ist es meistens Gravelroad. Der Track ist 192.6 km lang und führt durch sehr hügliges (bis 1100m) z.T. bewaldetes Gebiet. Gleich zu Beginn der Strecke entdeckten wir eine schwarze Schlange (Blacktree Snake, 2. Giftigste Schlange Australiens) mitten auf dem Track, die sich dann aber nachdem wir angehalten haben davonmachte. Nachdem wir auch einige Flüsse durchfahren hatten erreichten wir nach etwa 88km das historische Örtchen Sofala, das wir ja schon bereits am Vortag besucht hatten. Dann ging die Fahrt, meistens auf Teerstrasse und nicht wie im 4WD Guide beschrieben als Gravelroad, weiter nach nochmals 37km kamen wir nach Hill End.
Die ehemalige Goldgräberstadt Hill End in North South Wales liegt in einem isoliertem Tal, welches von zerfurchten Bergen und rauen Schluchten umgeben ist, es wohnen gerade einmal 80 Menschen hier.
Der Besuch von Hill End lohnt sich. Mit zahlreichen Ausstellungstücken (wie z.b. eine alte Postkutsche) bietet die Stadt einen faszinierenden Blick in den im 19. Jahrhundert stattfindenden Goldrausch. 1851 entdeckte man zum ersten Mal Gold in Hill End, welches damals noch Bald Hill hieß. Den Höhepunkt hatte die Stadt 1872. Sie zählte damals zur größten Stadt im Innenland des Bundesstaates und hatte mindestens 10.000 Einwohner. Einkaufsstraßen sowie , Banken, Zeitungen und Hotels prägten das Stadtbild ebenso wie Austernbars und eine Opiumhöhle. Der Goldrausch nahm danach kontinuierlich ab, bis 1920 nur noch etwa 100 Bergarbeiter die Stellung hielten. 1967 begann die Restaurierung und der Schutz der historischen Stätte durch die Nationalparks. Die Bald Hill Mine steht für die Öffentlichkeit offen und bietet einen guten Überblick über das Leben der Bergarbeiter.
Ab Hills End beginnt der Abschnitt mit dem Bridle Track. Doch dort angekommen mussten wir leider lesen, dass dieser nach 17km geschlossen ist. Das hat uns natürlich geärgert, wäre doch dieser Abschnitt sicherlich Offroad-technisch gesehen der Interessanteste gewesen. Auf diesem Abschnitt wollten wir auch die Nacht verbringen, da es hier einige Camp-Spots mit Bademöglichkeit im Fluss geben sollte. Aber wir konnten es nicht ändern und mussten wieder bis Sofala zurückfahren und nahmen dann die Hauptstrasse Richtung Süden nach Bathurst. Da es bereits schon 17h Uhr war mussten wir schnellstens eine Übernachtungsmöglichkeit suchen, die wir dann auch auf der Macquarie Woods Camp-Area (1021), 28km W von Bathurst, gefunden hatten. Eine sehr schön und ruhig gelegene Gegend die uns einen wunderschönen Sonnenuntergang bescherte. Doch leider hatten wir auch hier zu späterer Stunde wieder einen Gast in unserem Vorzelt, eine Huntsman-Spider. Einmal so ein Viech im Zelt wäre ja noch zu verdauen gewesen, aber innert 48 Std. zweimal, fand ich gar nicht witzig. Ist ja unser „Schlaftrakt“ nicht völlig geschlossen, so dass ich damit rechnen müsste eines morgens mit irgendetwas neben mir, ausser Pat und Lyn, aufzuwachen. Übrigens wussten wir, nachdem wir im Internet nachgeschaut hatten, auch wieso der Bridle Track gesperrt war. Ein Stück der Strasse die entlang einer Hügelkette führte, war unter einem Auto eingebrochen und mit dem Auto abgerutscht und somit nicht mehr befahrbar.
YouTube Video warum der Bridle Track geschlossen ist
Heute mussten wir morgens mal nicht auf die Uhr schauen, da wir ja nicht auf einem Campground waren den man am anderen morgen um 10h verlassen muss.
Nachdem Lyn und ich bereits aufgestanden waren rief Pat vom Zelt ich müsse ihm eine „Sprisse“ entfernen. Mit Pinzette bewaffnet betrat ich das Vorzelt und bekam einen riesigen Schreck. Kam mir doch an der Zeltwand eine Riesenspinne entgegen! Ich rannte natürlich sofort aus dem Zelt, konnte ja der Spinne nicht ansehen ob sie giftig ist oder nicht, und holte eine der Australierinnen vom letzten Abend um abzuchecken was das für eine Spinne sei. Sie sagte dann dass es sich um eine Huntsmanspider handelt die nicht giftig ist, und bugsierte sie aus unserem Zelt. Darüber war ich extrem froh, ich wäre der Spinne trotz allem nicht näher als 3 m gekommen. Die Australierin hat sie uns doch auch noch erzählt, dass sie am Vortag im Fluss unten (ca. 20m entfernt) eine Tarantel gesehen hatte.
Nach diesem Schreck am Morgen gab’s Frühstück und dann hiess es schon wieder Zelt abbauen. Das Wetter war auch heute nicht gerade der Hammer, es hat ziemlich gewindet und es war recht frisch, also beschlossen wir zuerst nach Bathurst (vom Campspot etwa 30Min. entfernt und mit etwa 37500 Einw. die erste Siedlung im Binnenland mit europäischen Bäumen, kühlem Klima und viktorianischen Gebäuden im Zentrum) und dann via Sofala (einem Ort der seine Existenz der Ära des Goldschürferns verdankt. Heute sind zwar die Bevölkerungszahlen zurückgegangen, doch lohnt es sich einen kleinen Zwischenstopp einzulegen um die verbliebenen alten Holzhäuser und Pubs anzuschauen) zu einem anderen Zeltplatz zu fahren. Um etwa 17h sind wir dann bei der Ilfrod Rest Area (413) angekommen, die uns eine sehr sauberen und ruhigen Eindruck vermittelte. Da es auch heute extrem windig und kühl ist, und zwischendurch immer wieder regnet haben wir nur ein Schnellmenü (Spaghetti mit Tomatensauce) gekocht und sind dann früh ins Zelt gegangen und haben alle zusammen noch einen Film geschaut.

Nach einer Nacht mit leichtem Regen und einem kurzen Morgenessen führten wir eine kurzen Unterhaltung mit Markus und Kristin über ihren Holden (Opel) welcher nach ihrer Aussage komische Geräusche während der Fahrt macht. Patrick hat sich angeboten dem Problem auf den Grund zugehen. Gesagt getan. Nach einigen Kilometern war klar, dass bei dem Holden ein Radlager defekt war. Wir haben uns danach von den beiden verabschiedet.
In Lithgow haben wir noch kurz ein paar Sachen eingekauft und sind dann zum Flat Rock (484) Camp Spot gefahren, welcher 13 km W of Tarana oder 7km E von O’Connell am Rande eines kleinen Flusses liegt. Um 15h bei wechselhaftem Wetter (Sonnenschein und ein paar Wolken) dort angekommen, richteten wir uns ein. Schon bald sahen wir eine sehr dunkelgraue Wand mit Donnergeräuschen auf uns zukomme. Sicherheitshalber montierte Pat eine zusätzliche Blache auf unser Zelt, so dass wir auch bei starkem Regen nicht nass werden sollten und das Zelt auch nicht stark nass wurde wegen dem Versorgen am nächsten Tag.
Dann kamen auch Markus und Kristin hierher und wir verbrachten einen gemütlichen Nachmittag. Lyn hat etwa 3 Blumensträusse gemacht und zwischendurch als es geregnet hatte Ipad geschaut. Nach einem guten Abendessen (Chicken Satay mit Teigwaren und Tomatensalat) kamen wir ins Gespräch mit 2 Paaren aus Sydney die dort in ihren Caravans das Wochenende verbrachten. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend und nach ein paar Gläser Wein (also genau genommen – Plastikweinbecher) und ein paar Bier gingen wir um ca. 23h zu Bett. Lyn schlief seit 9h schon gemütlich im Zelt.

Nach einer ruhigen Nacht verliessen wir Dural um etwa 10.30h und fuhren in Richtung Blue Mountains, da wir in dieser Gegend in den nächsten Tagen einen weiteren Track fahren wollten welcher in Lithgow startet und uns nach Bathurst führen wird.
Nachdem wir aber auch heute wieder zu spät dran waren beschlossen wir den Track erst am nächsten Tag in Angriff zu nehmen. Wir fanden in unserem Camping-Führer (Camps Australia Wide 6) einen Camp-Spot (457 Bungleboori Campground) der gratis ist und etwa 12 km NE von Ligthgow liegt. Also fuhren wir dorthin und waren sehr enttäuscht, er sah ziemlich heruntergekommen aus und überall lagen Bierdosen und Müll herum. Wir beschlossen uns eine andere Variante zu suchen und nach Lidsdale zu fahren um von dort den ersten Teil des Tracks zu machen, da dieser eine geteerte Strasse war.
Da wir nicht wieder denselben Weg zurückfahren wollten um via Lithgow nach Lidsdale zu fahren, nahmen wir den anderen Weg der uns das Navigon, unser Navigationssystem das uns bis jetzt perfekt geführt hatte, angab. EIN GROSSER FEHLER wie sich 75 Min. später herausstellte. Der Weg sollte eigentlich ca. 11km/25Min dauern. Zuerst war die Strecke noch recht gut befahrbar aber je länger je mehr wurde sie extrem „raff“, d.h. wir konnten nur noch im Schritttempo fahren, da wir im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein fahren mussten. Zudem ging es z.T. recht bergab. Nach 75 Min. ging es dann nicht mehr zumutbar weiter, das Risiko war zu gross und es wäre zu gefährlich geworden weiterzufahren. Obwohl es nur noch etwa 900 m gewesen wären beschlossen wir umzukehren, nach dem Pat einen Teil des noch zu befahrenden Weges inspiziert hatte und gesehen hat, dass wir über extrem hohe Felsplateaus und dann steil herunter hätten fahren müssen.
Es hätte auch keine Möglichkeit mehr gegeben das Auto zu wenden. Also machten wir uns nach einem heiklen Umkehrmanöver auf den raffen Rückweg. Nach nochmals 75 Min. kamen wir dann wieder zu dem CampSpot, an welchem wir gestartet waren. Wohlverstanden, für 10Km benötigten wir sagen und schreibe 2.5 Std. Der Track war dermassen raff, so dass wir sogar vergessen haben davon Videos und Bilder zu machen. Dafür wussten wir von da an, dass unser LandCruiser mit dem neuen TJM Fahrwerk für extreme Situationen im Gelände gut gerüstet ist. Völlig erledigt, verschwitzt und voller Bush-Ungeziefer, gönnten wir uns ein Bier bevor wir uns auf dem uns bekannten Weg wieder nach Lithgow machten.
Von dort fuhren wir zum Lake Lyell Campground (483) der 13 km SW von Lithgow liegt und u.a. mit Facilities d.h. auch Duschen ausgestattet ist. Auf diese freuten wir uns am meisten. Für nur 15 AUD war der Zeltplatz sehr schön und vorallem sehr idyllisch am See gelegen. Hier haben wir Markus und Kristine aus Deutschland kennengelernt, die für 2 ½ Jahre in Sydney leben werden, wo sie arbeiten und studieren.
Auch der heutige Tag wurde genutzt um den Olsunilu nach einige Infos zu geben und Pat und Oli holten in Brookvale das Auto von ihnen ab. Um 18h verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg nach Dural, wo wir auf dem Sydneyholiday-Park (Camping-Platz) übernachteten. Der Campingplatz haute uns nicht gerade von den Socken, schon gar nicht für die 55 AUD die wir dafür bezahlen mussten. Da wir aber so spät dran waren hatten wir keine andere Option irgendwo zu übernachten.

Australien und Internet, das verträgt sich nicht soooo gut, deshalb kann es sein, dass unsere Homepage nicht immer up to date ist. Neuigkeiten gibt es auch per Newsletter.We would be happy to hear from you!
Panaly (Patrick, Nathalie & Lyn)
Basel, Switzerland