Eine Familie
Wir, Nathalie, Patrick und unsere gemeinsame Tochter Lyn. Normalerweise wohnen wir in Basel doch seit dem 21. November sind wir in Australien unterwegs.
Wir wagen das Abenteuer unseres Lebens!

Das Ziel heute hiess Coral Bay, welches wir nach bereits um etwa 11 Uhr und nach 127 km erreichten. Coral Bay hat nur etwa 200 Ew. und liegt direkt an einer kleinen wunderschönen Bucht mit weissem Sand und kristallklarem Waser. Es befindet sich am südlichen Ende des Ningaloo Marine Park, in welchem man wunderbar Tauchen kann und farbenprächtige Korallen und jede Menge interessanter Meeresbewohner (Dugongs, Delfine, Mantarochen, Walhaie, Meeresschildkröten und viele Fische) bestaunen kann.
Es hat hier nur eine handvoll Unterkünfte, zwei Caravan-Parks, einen Supermarkt, eine Tauchschule und diverse Touren-Anbieter. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Platz zum Übernachten. Auf dem Peoples Park Caravan Village waren gerade noch zwei unpowered Sites zu haben. Diese waren auf sandigem Untergrund mit 36 AUD massiv überteuert, aber wir hatten keine andere Option, also „bissen wir in den sauren Apfel“ und nahmen sie, denn wir wollten hier für ein paar Tage bleiben.
Nachdem wir alles aufgestellt hatten machten wir uns auf den Weg zum Strand, welcher etwa 5 Min. zu Fuss zu erreichen war. Das Wasser war angenehm warm und man konnte hier etwa 50 m hineinlaufen und konnte noch immer stehen. Schon bald schwammen Redsnappers um uns herumg und nach etwa einer halben Stunde besuchte ein Delfin-Weibchen mit seinem Jungen die Bucht. Das war schon sehr aussergewöhnlich, so nah am Strand und nur etwa 2 m von uns entfernt quasi mit einem Delfin zu schwimmen J. Nach etwa einer Viertelstunde schwammen sie dann wieder davon, doch kurz darauf bin ich fast auf einen kleinen Stachelrochen getreten, der es sich im flachen Wasser gemütlich gemacht hatte. Da Lyn gerade am Schnorcheln war konnte sie ihn gut beobachten. Nach etwa diesem tollen Erlebnis und gemütlichem Baden und Schnorcheln machten wir uns auf den Weg zurück zum Camping-Platz. Da wir mit unserem Kühlschrank manchmal Probleme haben, hängte ihn Pat an einer freien Stromdose an, was zur Folge hatte, dass der Chef des Platzes angerannt kam. Wir hatten ihn zuvor schon gefragt ob wir nicht Strom haben können, da es zwei überflüssige Stromdosen hatte, dieser aber stur blieb und sagte wir seien schliesslich auf einer Unpowered-Site. Nur als er unseren Eiskasten gesehen hatte wollte er schon wieder ausrufen, Pat konnte sich dann aber mit ihm darauf einigen, dass wir den Strom einfach bezahlen (6 AUD) und somit alle einigermassen zufrieden waren. Doch eines muss ich schon sagen, das Personal auf dem Camping-Platz und im Office war extrem unfreundlich uns gegenüber.
Trotzdem genossen wir auch spätabends noch die sommerlichen Temperaturen und konnten lange draußen sitzen.

Um 5.45h hat uns der Wecker aus unseren Träumen gerissen. Heute wollten wir nach Monkey Mia fahren, welches 28 km nordöstlich von Denham liegt und dafür bekannt ist, dass man hier frei lebende Delfine sehen kann, die jeden Tag zur Fütterung auftauchen. Man sollte aber schauen, dass man um spätestens 7.45h hier aufkreuzt, denn der Andrang von Zuschauern ist sehr gross. Um in das Schauspiel mitanzusehen bezahlt man natürlich Eintritt (16 AUD für die ganze Familie). Um 8 Uhr war es dann soweit, die ganze Meute Schaulustiger wurde von zwei Rangern an den Strand gelassen, nachdem sie uns erklärt hatten was an welche Regeln wir uns zu halten haben. Man darf nur bis knöcheltief ins Wasser und weder die Delfine anfassen oder anspritzen. Wir standen also mit etwa 100 Anderen am Strand und warteten bis die Delfine kamen. Etwa 15 Min. später kam auch schon der Erste und es folgten weitere. Die Ranger erzählten uns über Mikrofon Interessantes über die Delfine und ihr Verhalten, z.B. dass sie über einen Zeitraum von 24 Std. im Ganzen etwa 8 Std. schlafen. Jedoch schlafen sie jeweils nur kurz, dafür häufig. Sie stellen nämlich die eine Hälfte des Gehirns ab, da sie nicht automatisch atmen können und sich darauf konzentrieren müssen. Ebenso ist auch ein Auge immer leicht geöffnet.
Es war wirklich ein Erlebnis die Delfine hier zu sehen, so nah, bis auf etwa 1 bis 2 m schwammen sie heran. Die Weibchen bekamen ein paar Fische, jedoch wird ihnen hier nicht das ganze Futter gegeben, sie müssen sich im Meer den grössten Teil der Nahrung selber fangen. Doch man hatte hier wirklich das Gefühl, es macht den Delfinen Spass hierher zu kommen und sich zu zeigen. Ihre Haut sah sehr schön und gesund aus, abgesehen von ein paar Bissnarben die sie von Haien davongetragen hatten.
Nach etwa ½ Stunden war das Ganze vorbei und die Delfine schwammen wieder ins tiefe Meer hinaus. Ebenso verschwand auch die ganze Meute Schaulustiger in ihre Autos oder in das direkt nebenan gelegene Resort. Im Monkey Mia Resort kann man ebenfalls campen, hier ist es aber sehr schwierig kurzfristig einen Platz zu bekommen, und in den Schulferien hat man sowieso keine Chance. Wir spazierten noch etwas am Strand entlang, so konnten sich die Kids nach dem Stillstehen am Strand noch einwenig austoben. Man musste aufpassen, dass man nicht mit einer Emu-Familie zusammenstiess, die hier gemütlich entlangspazierte und Futter suchte.
Um etwa 12 Uhr fuhren wir dann los, wieder die ganze Strecke via Denham zurück bis zum Brand Hwy und bogen dann beim Overlander-Roadhouse ab in Richtung Norden. Nach 450 km erreichten wir Carnavon, mit 6900 Ew. eigentlich ein nicht allzu kleines Städchen, jedoch war es hier wie ausgestorben. Carnavon lebt von Obst- und Gemüseplantagen und der Fischereiindustrie. Die Plantagen liefern ca. 60% des Gemüses und der tropischen Früchte für den ganzen Staat. Wir machten hier also kurz Halt um wieder einmal unsere Vorräte aufzufüllen und gönnten uns hier seit langem wieder einmal eine Pizza im Eagle Boys Pizza’s. Diese assen wir beim Auto und fuhren dann um etwa 18 Uhr „Vollgefressen“ weiter. Da es aber ja bereits begann Einzudunkeln fuhren wir nur noch 90 km bis zur Lake MacLeod Rest Area (469), welche direkt am Hwy liegt.
Da wir Pat und Oli noch einiges am PC zu erledigen hatten, blieben wir noch einen Tag länger hier. Somit war nochmals baden für alle angesagt.

Heute beeilten wir uns mit Zusammenpacken, hatten wir doch noch Einiges auf dem Programm. Zuerst fuhren wir bis zum Cape Peron, welches aber nicht wirklich sehenswert ist. Als nächster Punkt fuhren wir zum Skipjack Point, einem schönen Aussichtspunkt inkl. Plattform mit Beschreibung der Meeres-Tiere die man von hier aus sehen kann. Doch leider war es recht windig und das Wasser war sehr trüb, so dass wir weder Dugongs (Seekühe) noch Delfine, Rochen oder Haie sehen konnten. Nichts desto trotz, die Aussicht von hier aus aufs Meer und die zum Teil extrem roten Klippen war sehenswert.
Weiter ging es auf der sandigen und zwischendurch steinigen Piste zurück zum Eingang/Ausgang des Nationalparks, wollten wir heute doch noch nach Monkey Mia um zu schauen ob wir dort einen Campingplatz ergattern können.
Doch auf etwa halber Strecke fingen wir uns, schon wieder, einen Platten ein. Das war nun schon der zweite innert 10 Tagen mit unseren neuen Reifen!! Noch dazu war die halbe Achsenaufhängung heruntergefallen, was nicht gerade ideal ist zum Weiterfahren, also machte sich Pat bei 40 Grad erstmal daran den Reifen zu wechseln. Unterdessen kamen auch Olsunilu wieder zu uns zurück, sie waren vorausgefahren und wir konnten ihnen per Funk noch kurz unsere Misère mitteilen.
Ebenso musste die Aufhängung provisorisch fahrtauglich gemacht werden. Nachdem alles soweit erledigt war fuhren wir vorsichtig aus dem Nationalpark heraus und zurück nach Denham wo wir einen Automechaniker suchten, der die Aufhängung reparieren konnte. Nicht so einfach um die Mittagszeit in einem australischen Örtchen. Schliesslich wurden wir bei einer Hinterhofbude fündig, der nette Chef war bereits sich unserem Problem anzunehmen. Der Bolzen musste ersetzt werden, doch dies war nicht so einfach, hatte er keinen an Lager und bestellen würde ein paar Tage brauchen. Doch dann fiel ihm ein, dass er hinter der Garage noch einen alten, abbruchreifen Landcruiser hatte und baute bei diesem einfach den Bolzen aus. Und siehe da, nach einer halben Stunde wirklich mühsamer Arbeit hatte er es mit Pat’s Unterstützung geschafft den Bolzenen reinzuwürgen!! Gekostet hat uns das Ganze 20 AUD und 2 Flaschen Bier - Hammer - sowas geht ja wohl nur in Australien.
Nachdem es nun zu spät war noch nach Monkey Mia zu fahren beschlossen wir in Denham auf einem Caravan-Park zu bleiben. Den ersten den wir uns anschauten war zwar ein Top Tourist Park, in der Regel gute Plätze, doch dieser hätte uns für einen Sandplatz auf dem Parkplatz 40 AUD gekostet – geht gar nicht!! Also sind wir weiter gefahren und wurden auf dem Shark-Bay Caravan-Park fündig. Wir konnten einen Platz alle zusammen nehmen und bezahlten nur 24 AUD pro Familie, und das mit einem Pool!
Da wir alle extrem verschwitzt waren sprangen wir noch bevor wir alles aufgestellt hatten in den Pool.

Wir fuhren um etwa 10h los zum nächsten, nördlich im Nationalpark gelegenenen Bush-Camp Bottle Bay welches wir um etwa 12 h erreichten. Bottle Bay ist schön am Beach gelegen und von unserem Camp-Spot hatten wir direkten Zugang zum Beach. Auch hier hat es lediglich eine Toilette. Wir beeilten uns mit dem Setup, damit wir so schnell wie möglich Baden gehen konnten. Einerseits war es hier extrem heiss und es hatte Unmengen von Fliegen die uns halb Wahnsinnig machten. Also beschlossen wir auch noch unser Moskito- und Fliegen-Netz zu montieren, so dass wir später in Ruhe Essen konnten. Den Strand hatten wir praktisch für uns allein, ausser den „Caretakern“, dies ist meistens ein Ehepaar dass für ein paar Wochen auf dem Campingplatz zum Rechten sieht, welche auch kurz Baden gingen. Der Campingplatz war eher leer, im Gegensatz zum Montag, wo er noch voll gewesen sei. Wir alle genossen also den Nachmittag beim Baden und Relaxen. Am Abend war für die Kids noch eine Busch-Dusche angesagt, was nicht gerade bei allen auf grosse Begeisterung stiess. Doch da sie dermassen voll Sand waren ging kein Weg daran vorbei.

Heute wollten wir bis nach Denham fahren. Nach 131 km auf dem Brand-Hwy machten wir beim Billabong-Roadhouse eine kleine Trink,- Essen- und WC-Pause. Da es hier schon recht viele Fliegen hat und extrem heiss war stiegen wir schnell wieder in die Autos und fuhren weiter. Nach weiteren 47 km verliessen wir den Brand-Hwy auf der Höhe vom Overlander-Roadhouse und bogen nach Westen ab in Richtung Denham und Francois Péron National Park. Wir fuhren via Hamelin Pool zur Shell Beach. Diese ist überzogen mit kleinen weissen Muscheln die an einigen Stellen eine bis 10cm dicke Schicht bilden. Das Wasser hier war sehr klar und da wir sowieso alle eine Abkühlung gebrauchen konnten legten wir eine Badepause ein.
Nach einer Stunde fuhren wir weiter bis nach Denham (1200 Ew.) wo wir Tanken mussten, etwas Einkaufen gingen (manchmal habe ich das Gefühl wir sind dauernd am Lebensmittel einkaufen!) und uns in der Visitor Information betreffend Camping im Francois Péron National Park und den Besuch von Monkey Mia schlau machten.
Als wir alle Informationen und eine genaue Map des Nationalparks beisammen hatten fuhren wir zum Eingang des Nationalparks (4 km von Denham). Als erstes mussten wir die Luft in den Reifen reduzieren, denn die Piste, welche nur für 4WD’s zugänglich ist, ist meistenteils sehr sandig. Da wir ja aber neue Pneu’s hatten, sollte dies aber kein Problem sein. Hier hatten wir auch noch die Camping-Fee zu entrichten, welche man einfach in ein Couvert steckt, die Autonummer und Anzahl Personen notiert und in die dafür vorgesehene Box wirft. Pro Erwachsenen bezahlt man hier pro Nacht 8 AUD und für ein Kind 2 AUD.
Weil wir auch heute wieder eher spät dran waren entschieden wir uns für den am Nähesten liegenden Campground (Big Lagoon) welchen wir nach knapp einer Stunde erreichten. Wir waren zwar ein wenig enttäuscht, denn der Strand war nicht wirklich schön, ebenso das Bush-Camp welches wenigstens eine saubere Toilette hatte. Doch wir brauchten ja nur einen Platz zum Übernachten und so war es ok.
Australien und Internet, das verträgt sich nicht soooo gut, deshalb kann es sein, dass unsere Homepage nicht immer up to date ist. Neuigkeiten gibt es auch per Newsletter.We would be happy to hear from you!
Panaly (Patrick, Nathalie & Lyn)
Basel, Switzerland